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Prades ist erstaunlich klein.
Zumindest das historische Zentrum. Ich hatte das Gefühl, innerhalb von 20 Minuten alles Wesentliche gesehen zu haben. Dabei war ich allerdings in keinem Museum, aber in der Kathedrale.
Die Dame in der Touristeninformation schien mich jedoch überfallen zu haben. Sie stattete mich mit Informationsmaterial aus, gefühlt kiloweise Material gab sie mir mit, das ich, aus dem Büro flüchtend, bereits in Teilen verlor. Ich wollte eigentlich nur einen Stadtplan, aber die Dame war etwas übereifrig. Sogar ein Restaurant zum Lunchen wollte sie mir empfehlen, als ich sagte, dass ich picknicken würde, beschrieb sie mir Orte, an denen das am ehesten ging. Auch wenn ich ihre Sachkenntnis und ihren Eifer schätzte, war es mir doch etwas zu viel. Ich mag es nicht, eingedeckt zu werden. Zumal ich als Selbstschutz irgendwann abschalte und dadurch nicht nur ein schlechtes Gewissen entwickelte, sondern auch den Eindruck gewann, dass meine Französisch-Kenntnisse nicht ausreichen. So stark ist also mein Selbstvertrauen ausgeprägt.
Wie gesagt, Prades ist ein hübsches Städtchen. Es hat im Grunde nicht viel zu bieten, außer einem einladenden Platz mit einigen Cafés. Perfekt also zum Entspannen. Der „Hausberg“ Canigou, wenn man ihn so bezeichnen kann, ist von hier gut zu erkennen, thront über der ganzen Stadt und scheint sie zu beherrschen. Es ist ein beeindruckender Beinahe-3000er. Schwer zu erklimmen, wenn man den Beschreibungen trauen darf. In keinem Fall etwas für mich, der schon bei einem Gipfel stöhnt, der nur halb so hoch liegt. Daran muss ich etwas ändern. Das geht so nicht. Insgeheim plane ich den nächsten Wanderurlaub.

Den Tag verbrachte ich also ausgesprochen ruhig, lief mehrere Male durch die hübschen Gassen der Stadt. Es ist wirklich kaum der Rede wert. Aber das macht es zurzeit so angenehm.
Außerdem verbrachte ich den Tag damit zu entscheiden, was ich am letzten Tag unternehmen wollte. Im Grunde brauchte ich dafür Stunden. Die Orte am Meer sagten mir nicht zu, sahen alle costabrava-esque aus. Grauenhaft. Ich muss mal sehen, vielleicht fahre ich am allerletzten Tag, also am Tag der abendlichen Abfahrt, doch noch einmal vorbei und werfe einen Blick darauf. Schließlich habe ich es noch gar nicht gesehen. Aber sei es drum. Ich werde sehen, wie es kommt und worauf ich Lust habe.

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