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Der erste echte Regentag. Zeitweise zumindest.

Es hat etwas Beruhigendes, wenn man merkt, dass das neue Zelt dicht ist. Natürlich hatte ich für den Preis nichts anderes erwartet, aber man weiß ja nie. Das Big Agnes hielt. So war ich entspannt und hatte kaum eine Motivation aufzustehen. Vielleicht kam daher der erneute Migräneanfall. Langsam beginnt es, mich zu nerven. Zumal ich feststelle, dass ich verbale Schwierigkeiten habe. Mir fallen während solcher Attacken oft Worte nicht mehr ein. Muss ich mal untersuchen lassen, aber ich bin sicher, dass nichts weiter zu finden ist (Anmerkung vier Jahre später: Nichts zu finden außer einer einsetzenden Weitsichtigkeit, die Migräne verursacht. Jetzt habe ich eine Lesebrille). Auch gegen Migräne kann man nichts machen. Muss ich jetzt mit leben (nein, musste ich nicht).

Diese kleine Krankheit gab mir jedenfalls Gelegenheit, mich auszuruhen. Was sollte ich auch machen? Der Regen fiel, ich hatte erst Kopfschmerzen und Schwindel, später dann Nebenwirkungen von den Voltaren-Tabletten.
Alles ist aber mal zu Ende. So der Regen. Und auch die kleine Krankheit. Gegen 14 Uhr hörte alles recht plötzlich auf. Zeit also für einen Spaziergang, der mich wieder in die Stadt führte. Alles, was ich brauchte, war ein nettes Café zum Schreiben und ein Espresso, der mich wieder auf die Beine bringen konnte. Nicht so schwierig in Frankreich. Auch war an diesem Sonntag nicht viel los auf den Straßen und in den Bars. Ein entspannter Tag, letztlich auch für mich. So schrieb ich, folgte nebenbei dem Cricketspiel, das England in Neuseeland wahrscheinlich verliert. Eine viel zu selbstverständliche Normalität dieser Tage.

Es passierte sonst nichts weiter. Gegen fünf lief ich wieder zurück und wunderte mich, warum ich es ausgerechnet hier vier Tage ausgehalten habe. Wahrscheinlich ändert sich meine Reisefrequenz jetzt. Es ist etwas aufwendiger, von Ort zu Ort zu ziehen als damals mit dem Wohnmobil. Ich reise nach der Uhr, nach Busfahrplänen. Das ist ungewohnt. Aber so ist es jetzt. Der Wecker wird morgen klingeln, ich werde meine Routine durchziehen, so gut es geht. Halb so wild. Auf diese Weise erlebe ich wenigstens etwas. Die Bretagne ist groß, mit vielen Eindrücken. Was ich in einem Jahr hier, 1998, nicht geschafft habe, hole ich jetzt nach.

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