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Ein typischer Tag hier. Es goss in Strömen, als ich erwachte. Ich kenne das von vor zwei Jahren, da gab es an jedem der sieben Tage (!), die ich hier war, Regen. Das ist alles nicht sehr angenehm. Ich las die Mozart-Biografie zu ende, was sollte ich auch sonst machen? Alles wirkte ein bisschen trostlos, auch weil mein Zelt nicht wirklich dicht scheint. Es tropft hinein, und das in nicht geringem Ausmaß. Auf diese Weise ist das Reisen natürlich anstrengend. Auch reißt das Zelt immer mehr ein. Materialermüdung, so hat es den Anschein. Ich weiß auch nicht, wie ich es hätte anders machen sollen. Vielleicht vorher ersetzen? Aber macht man das, ein 400-Euro-Zelt nach nur 3 Jahren einfach auf die Müllhalde werfen? Besser wäre es offensichtlich gewesen. Aber im Augenblick hab ich kein anderes.

Ein Gejammer hier. Aber es ist auch wirklich irgendwie eigenartig, dass es immer genau hier zu regnen beginnt.

Gegen Nachmittag hörte es auf, sogar die Sonne ließ sich blicken. Ich nutzte die Zeit, um ein bisschen Fahrrad zu fahren. Tatsächlich könnte ich nach Rouffignac fahren, also morgen, wenn ich denn wollte. Vielleich 10 oder 12 Kilometer sind gut zu bewältigen. Aber ich glaube, nach Lascaux ist so etwas eher enttäuschend, oder zumindest nicht mehr ganz so interessant. Ich glaube, ich möchte raus aus dem Vézère-Tal und etwas anderes sehen.

Viel geschah an diesem Tag wirklich nicht mehr. Auch mir fällt kaum etwas ein, dass ich berichten könnte. Vielleicht ist es ganz gut, meinen Beinen endlich den Tag Ausspannung gegönnt zu haben. Wir werden es morgen sehen, wenn meine bislang größte Etappe vor mir liegt. Ganz sicher werde ich viel schieben müssen, denn ich lerne langsam, die Karten hinsichtlich Steigungen zu lesen. Das ist etwas, dass ich in Berlin und Brandenburg, wo ich unterwegs bin, kaum machen muss, weil jeder Hügel so zu vernachlässigen ist, dass es nicht wichtig erscheint. So werde ich mir die morgige Etappe auf mich zukommen lassen.

 

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