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Es regnete. Als ich erwachte, hörte ich die Schläge auf dem Zeltdach. Das konnte alles nicht wahr sein. Sollte ich vielleicht in den saueren Apfel beißen und einfach bleiben? Trotz des vergleichsweise hohen Preises?
Ich hatte darauf einfach keine Lust. Wie sich später herausstellte, auch auf vieles andere nicht.
Also wartete ich ein bisschen, frühstückte in Ruhe, bevor ich damit begann zu packen. Es war mir alles egal. Ich wollte weg. Tatsächlich hielt sich auch das Wetter irgendwie daran. Denn es hörte nicht nur auf zu regnen, auch das Zelt trocknete weitgehend. Trotzdem blieb die Stimmung düster. Schwere Wolken hingen über mir, es war dunkel und unangenehm. Tatsächlich hatte ich es geschafft, alles problemlos zu verpacken. Ich gab mir nicht besonders viel Mühe, denn ich musste nur anderthalb oder zwei Kilometer reisen. Also verstaute ich auch den Fahrradhelm im Gepäck. Gegen halb elf fuhr ich schließlich los. Fünf Minuten später war ich auf dem anderen Platz.
Der war noch immer zu.
Ich bin mir sicher, dass er aufgemacht hätte, irgendwann im Laufe des Tages. Aber ganz ehrlich ich hatte darauf keine Lust. Ich kenne das von früheren Reisen. Ich fuhr los, wusste nicht recht, wohin ich mit mir sollte. An La Roc fuhr ich vorbei, ebenso am Camping du Plage, von dem ich vor zwei Wochen abgefahren war. Dann sah ich Castelnaud, Margeyssac, Beynac. Ich stellte fest, dass ich nichts mehr hier verloren hatte.
Ich radelte dahin, zwar schmerzten die Beine noch vom gestrigen Tag, aber es ging irgendwie. Ich hatte mich weitgehend erholt, auch wenn leichte Steigungen schwer fielen. Doch ich musste nicht schieben, zumindest noch nicht.
Bald sah ich Josephin Bakes Schloss Milande. Auch das ließ ich links liegen, erreichte St. Cyprien. Ich überlegte, ob ich einfach auf dem Campingplatz hier bleiben sollte. Aber wozu? Mir hatte die Stadt auf der Durchfahrt nicht gerade zugesagt.
15 Km bis Le Buisson, teilte mir das Schild mit. Das war das Zeichen, auf das ich gewartet hatte. Einfach weiter, dorthin wollte ich sowieso, eigentlich jedoch erst am nächsten Tag. 15 Km, das ist nicht dramatisch.
War es eigentlich auch nicht, aber jetzt spürte ich doch die schweren Beine. Der letzte Teil der Fahrt war naturgemäß der Schwerste. Auch musste ich doch schieben. Mit letzter Kraft erreichte ich den Ort, an dem ich meine Perigord-Reise von drei einhalb Wochen begonnen hatte. Der Kreis schließt sich allerdings etwas schnell, denn es sind noch sieben Tage, die ich hier bleiben will, bis ich nach Bordeaux zurück fahren muss. Ich dachte nicht lange darüber nach, checkte auf dem Campingplatz am Ufer der Dordogne ein. Ich war jetzt hier, so war es nun einmal.

Ich war jetzt wirklich am Ende. Einen kleinen Spaziergang durch den Ort brach ich bald ab, Le Buisson ist einfach langweilig und ohne Flair. Ein Dorf eben, sicher neueren Datums, ohne den Charme der uralten Orte in der Umgebung. So etwas muss es auch geben. Mir aber tat es gut, mich etwas auszuruhen.

Ich bin mir sicher, morgen wieder etwas zu finden, das ich machen möchte. Ich bin bereits an dem Punkt angelangt, an dem ich die Reise Revue passieren lasse. Ich glaube, dass ich eine Menge gesehen habe. Jedenfalls meine ich, das Beste aus der Fahrt gemacht zu haben.

Das Wetter soll besser werden, das Beste zum Schluss. Warum nicht? Ich werde sehen.

 

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