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Abfahrt.
Gegen elf ging mein Zug. Also hatte ich reichlich Zeit, alles einzupacken. Trotz Aussortiererei wirkte das Gepäck kaum leichter. Irgendwie habe ich zu viel Zeug dabei. Aber das hatte ich schon festgestellt Trotzdem: Ein Mindestmaß an Bequemlichkeit muss schon sein. Auch wenn ich dafür mehr schleppen muss.

Noch gestern hatte ich versucht, das Rad loszuschlagen. Einige Leute vom Campingplatz waren durchaus interessiert, letztlich aber zögerten sie zu lange, so dass ich am Morgen immer noch nichts gehört hatte. Wie oft fragt man nach? Zweimal? Öfter nicht. Die Schwierigkeit lag darin: Wenn ich das Rad verkauft hätte, wäre ich auf direktem Weg nach Arcachon gefahren, um dort die letzten beiden Tage zu verbringen. Nun aber muss ich das Rad losschlagen. Ich hoffe, dass es in Bordeaux gelingt.
Natürlich war es einfacher, die vier Kilometer nach Lalinde mit dem Rad zurückzulegen, als 20 Kg zu tragen. In Lalinde war Markttag. Hatte ich nicht mit gerechnet. Da ich natürlich wie immer viel zu früh da war, schlenderte ich in Ruhe an den Ständen vorbei. Ich kann nichts kaufen, weil ich nichts mehr tragen kann. Aber die Atmosphäre kann ich sehr wohl genießen. Es war ein schöner Abschied.

Der Zug kam pünktlich an. Ich wuchtete Rad und Gepäck in den Zug, wohlweißlich dieses Mal getrennt. Das ist einfacher. Dann rollten wir los. Ein bisschen Wehmut setzte ein. Mir wurde immer klarer, dass die lange Reise beendet ist. Doch noch hatte ich Dinge zu erledigen.

In Bordeaux angekommen, packte ich wieder alles auf das Rad und radelte los. Innerhalb von 45 Minuten war ich auf dem Campingplatz, der mir dieses Mal angenehmer erschien. Als ich vor einem Monat hier war, fand gerade eine Messe statt. Das Messezentrum ist nicht weit, so dass viele Teilnehmer hier einen Bungalow gemietet hatten. Jetzt war es also leerer und viel angenehmer.

Ich hatte einigen Rezeptionistinnen das Rad zum Kauf angeboten. Frech kommt weiter. Außerdem ist es ein Damenrad. Sie waren auch sehr interessiert und wollten sich auch umhören. Ich sollte mich morgen nochmal melden. Ich hatte nicht viel Hoffnung, aber wer weiß? Trotzdem rechnete ich damit, dass ich es morgen in Bordeaux losschlagen musste.

Es geschah nicht mehr viel. Ich fuhr einkaufen, immerhin eine Strecke von sieben Kilometern. Mit dem Rad kein Problem. Ich werde es vermissen, kann aber trotzdem kaum abwarten, es loszuwerden. Es ist jetzt Ballast. Und es wäre sehr ärgerlich, wenn ich es nicht mehr verkaufen könnte. Aber daran will ich nicht denken. Morgen werde ich es ernsthaft probieren. Es wird eine Herausforderung, das auf Französisch zu machen. Wir werden sehen, wie es läuft.

 

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