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Die vielleicht wichtigste archäologische Stätte von Sifnos liegt hoch oben auf einem Berg. Ich wandere immer hin, von Apollonia aus in Richtung Katavati, dann einige Hundert Meter auf der Straße, bevor man das kleine Hinweisschild erreicht. Von nun an geht es steil in die Höhe. Auf einem Trampelpfad schraubt man sich in Serpentinen nach oben. Agios Andreas ist also durchaus eine Sehenswürdigkeit, die man sich verdienen muss.
Man kann es sich natürlich auch leichter machen und mit dem Auto hinfahren. Eine relativ neue Straße führt zu einem Parkplatz beim kleinen Museum, von dem aus es nur einige Schritte zu den Ausgrabungen sind.
Wer erst einmal oben angelangt ist, merkt sofort, dass es nicht nur die archäologische Stätte ist, wegen der man den Aufstieg gewagt hat. Der Wanderweg führt zu einer kleinen Kirche, nach der der Hügel benannt ist.
Und hier bin ich jedes Mal wieder sprachlos. Die Aussichten sind einfach atemberaubend. Sifnos liegt förmlich unter einem, in der Ferne sind Paros und bei guter Sicht sogar Syros zu erkennen. Die Ägäis scheint hier zum Greifen nahe. Die rote Erde, die hellen Ruinen, das Meer und der Himmel bieten unbeschreibliche Kontraste.

Der eigentliche Grund für den Besuch sind aber die Ruinen der Stadt. Sie war ungefähr tausend Jahre permanent bewohnt, von mykenischer Zeit bis in die hellenistische. Übrig sind nur die Grundmauern, manche aus der Zeit um 1200 v. Chr. Spuren haben Menschen hier aber bereits im vierten Jahrtausend vor Christus hinterlassen.
Die Hügelkuppe ist ziemlich offen den Naturgewalten ausgesetzt, so dass Erosion ganze Arbeit leisten konnte. Peitscht doch der Meltimi oft genug über das ungeschützte Plateau. Trotzdem lohnt sich ein Besuch, allein schon wegen der Lage und der reinen Idee, dass Menschen hier so lange gewohnt haben. Dieser Gedanke hinterlässt immer etwas in mir, auch ohne spirituelle Begabung meine ich manchmal die Geschäftigkeit zu spüren, die andere hier vor so langer Zeit erlebt haben. Faszinierend ist das allemal.

Es gibt auch ein kleines Museum, das ich leider noch nie besucht habe. Das nächste Mal, wenn ich da sein werde, mache ich das.
Versprochen.

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