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Ich reise seit 30 Jahren. Am Anfang hatte ich wenig Erfahrung und habe oft Lehrgeld bezahlt. Ich habe also am eigenen Leib erfahren, dass man Bargeld nicht im Auto lässt. Warum? Weil es fort war. So etwas passiert mit 19 schon mal. Zum Glück hatte ich einen fürsorglichen Vater, der mir in selbst verschuldeter Not geholfen hat. Begeistert war er nicht. Und ich habe ein halbes Jahr Schulden abgezahlt.
Oder meine Suche nach einem Flug, einen Tag vor der Abreise. Auch das war eine Erfahrung, auf die ich hätte verzichten können.

Damit es anderen nicht gleich geht, habe ich ein paar Tipps zusammengetragen, von denen ich finde, dass sie mir damals geholfen hätten. Einiges ist offensichtlich, trotzdem erwähne ich es, der Vollständigkeit halber.
Natürlich alles ohne Gewähr.

Ich erwähne einige Firmennamen, weil ich die Produkte dieser Firmen nutze. Von denen bekomme ich aber kein Geld. Wem das schon zu viel Werbung ist, sollte vielleicht nicht weiterlesen.

1. Wer plant, gewinnt

Für mich gilt eine Regel beim Reisen: Wer gut plant, reist günstiger.
Die meisten Unternehmen in der Touristik-Branche arbeiten nach dem Prinzip des Yield-Managements, das bedeutet, dass jemand, der früh bucht, am wenigsten bezahlt. Besonders beim Fliegen ist das wichtig, aber inzwischen auch beim Zugfahren und natürlich bei Fernbussen. Mir reicht es oft, frühzeitig festzulegen, in welche Region ich reisen möchte, um wenigstens den Flug rechtzeitig reservieren zu können. 

Das Gleiche gilt natürlich auch für gute Unterkünfte. Zwar haben wir heute den Vorteil durch das Internet vergleichen zu können, doch wer rechtzeitig tätig wird, bekommt auch die Unterkunft, die er haben will und muss sich nicht mit dem Rest zufriedengeben.

2. Vorher oder hinterher?

Ein bisschen offensichtlich, trotzdem darf es nicht fehlen: Ich reise nur außerhalb der Saison. Wer das machen kann, sollte es ebenso versuchen.
Natürlich sind die Preise für z.B. Unterkünfte und Anreisen in der Nebensaison günstiger. Aber nicht nur das, auch die Städte sind nicht überlaufen, die Schlangen vor wichtigen Sehenswürdigkeiten kürzer, das Leben läuft gemächlicher ab. Besonders wenn man in der Vorsaison reist, habe ich den Eindruck, dass auch die Menschen mich wesentlich freudiger begrüßen. Ein Umstand, der in der Nach-Saison schon deutlich weniger zu spüren ist, wenn die Leute müde sind von der Hauptsaison und Reisende oft nur noch als Bürde empfunden werden. Das ist zumindest mein subjektiver Eindruck. Die Vorsaison hat auch den Vorteil, dass die Tage länger sind, während es im Spätsommer/Frühherbst schon deutlich früher dunkel wird. Zumindest in Europa. Aber auch das hat seinen Charme, denn für mich verlängert sich durch das Reisen in der Nachsaison der Sommer.

3. Wohnen muss sich lohnen

Meist buche ich keine Unterkünfte, weil ich zelte. Wenn es trotzdem mal notwendig sein sollte, nutze ich von unterwegs booking.com oder airbnb.com (keine Werbung, ich mache es eben einfach so). Beide Plattformen habe ich als zuverlässig erfahren, auch wenn bei airbnb ab und zu Unterkünfte dabei waren, bei denen die Sauberkeit etwas zu wünschen übrig gelassen hat.
Anders als früher bieten mir die Buchungsmöglichkeiten genug Spielraum für Flexibilität und Vergleiche, besonders wenn man, wie wohl jeder Reisende, ein festes Budget einzuhalten hat.

4. Transport oder Sport?

Wie bewege ich mich?
Nun, ich laufe natürlich gerne. Und ich fahre auch gerne Fahrrad, weshalb ich mir ein Faltrad zugelegt habe. Aber das sind natürlich Fortbewegungsmittel, die nicht für jeden geeignet sind. Schon gar nicht bei längeren Reiseabschnitten.
Daher habe ich es mir angewöhnt, meine Routen immer auf rome2rio.com (auch keine Werbung) nachzusehen. Diese Plattform bietet Informationen zu öffentlichen Nah- und Fernverkehr.
Auch wenn die Informationen oft etwas ungenau sind, verweist die Seite immer auf die Webseiten regionaler Anbieter. Und hier konnte ich schon minutengenau recherchieren, besonders wichtig, wenn es nur ein oder zwei Busse/Bahnen am Tag gibt. Da will man nun wirklich nicht zu spät sein.

5. Gute Laune beim Desaster

Es wird etwas schief gehen. Garantiert. Stau. Streik. Ausfall. Vielleicht auch Diebstahl. Irgendetwas passiert immer, das einem die Pläne durchkreuzt. Meist ist es nicht so schlimm, wenn man versucht, die gute Laune zu behalten. Auch wenn es nervt. Aber in vielen Fällen kann man an der Situation ohnehin nichts ändern. Und manchmal ergeben sich dadurch sogar Chancen. Zum Beispiel ist 2019 die einzige Fähre von Syros nach Amorgos ausgefallen. Sie fuhr eben einfach nicht. Zum Glück hatten wir noch nichts gebucht, so konnten wir unsere Reisepläne ändern und fuhren stattdessen nach Serifos. Das Ungemach war rasch vergessen.
Andere Erlebnisse gehen manchmal nicht so glimpflich ab. Mir wurde 2018 in Bordeaux das nagelneue Fahrrad gestohlen. Ich hatte es 36 Stunden zuvor gekauft. Mir blieb nichts anderes übrig, als ein weiteres zu besorgen, denn ich stand am Anfang der Reise. Das Lamentieren half nichts, auch wenn ich es beherzt zelebrierte.
Die Reise wurde trotzdem schön. So wie geplant, mit etwas weniger Budget.

6. Sport fährt fort

Fitness – ja, auch das gehört dazu. Reisen ist anstrengend. Die meisten von uns bewegen sich beim Reisen eben mehr als zu Hause. Ich weiß nicht, wie oft ich es erlebt habe, dass ich nach ein paar Tagen schon eine körperliche Pause brauchte. 2018 fuhr ich ins Périgord, kaufte mir ein Fahrrad, um mich damit in der für ihren fehlenden Fernverkehr notorischen Region flexibler fortbewegen zu können. Ich dachte, ich wäre gut gerüstet, weil ich auch in Berlin viel Fahrrad fahre. Woran ich nicht gedacht hatte: Das Périgord ist äußerst hügelig. Ich stieß also schnell an meine Grenzen.

So schlimm ist es meist nicht. Trotzdem rate ich jedem, der viel reisen möchte, zumindest ein wenig auf seine Fitness zu achten. Öfters mal laufen, ab und zu Radfahren. Das Reiseerlebnis wird dadurch um so intensiver.
Je mehr man körperlich vorhat, desto ausgiebiger sollte man sein Training gestalten. Nicht jeder trägt einfach 20 Kilogramm Gepäck auf dem Rücken. Hier wäre es sicher notwendig, einige Monate vorher regelmäßig ein Fitnessstudio aufzusuchen.

7. Isch habe Rücken…

Hier spreche ich wahrscheinlich eher Menschen meines Altes an, middle aged, not old, not young. Vielleicht auch die Boomers.
Gerade in Hotels gibt es meist nur harte Einheitsmatratzen, die des Nachts ziemlich drücken können.
Ich kenne jedenfalls niemanden ab 40, der auf Reisen nicht ab und zu Rückenschmerzen hat.
Mein Tipp daher: Immer ein paar Voltaren-Tabletten mitnehmen. Ist nicht schön, aber sehr effektiv. Denn wer schläft gerne schlecht, wenn ihn der Rücken piesackt?
Man kann natürlich vorbeugen und trainieren. Sollte man ab einem gewissen Alter ohnehin.
Und noch ein Tipp für Camping-Liebhaber: in eine gute Matratze investieren. Ich habe eine Term-a-Rest-Matte (keine Werbung, ist einfach so), die dick genug dafür ist, sich so aufblasen zu lassen, dass sie weder hart noch weich ist. Für meinen Rücken also perfekt.
Aber das muss jeder selbst entscheiden.

8. Camping für Champions

Zelten kann richtig teuer werden. Vor allem im Süden Frankreichs, in Spanien und in Italien. Oft sind Hotels günstiger, was natürlich nicht Sinn der Sache ist.
Für mich ist es deshalb unerlässlich, mich im Internet vorher schlauzumachen. Natürlich unterliegen auch die Campingplätze den natürlichen Gezeiten der Saison, sind also im Juli/August am teuersten. Campingplätze, die sich nicht direkt am Meer befinden, sind ebenfalls oft günstiger. Und mit einer Acsi-Camping Card spart man auch, dabei gibt es in der Vor- und Nachsaison Pauschalen.
Apropos Pauschalen, die gilt es zu vermeiden, wenn man alleine fährt. Ich erlebe es besonders auf französischen Plätzen oft, dass ich als Zeltreisender zu Fuß oft den gleichen Preis bezahlen muss, wie ein Paar mit großem Wohnmobil. Das liegt an der sog. „Forfait“, also Pauschale. Die aber oft gar nicht zu umgehen ist, weil der Campingplatz diese „Forfait“ einfach auf alle Reisenden anwendet, egal ob diese alleine reisen oder nicht. Ich persönlich versuche, nur Campingplätze anzusteuern, die Einzelpreise anbieten.

9. Geld bedeutet die Welt

Der legale Kreditkartenbetrug am Automaten
Für mich immer ein Augenblick, in dem ich wirklich wütend werden kann. Weil dieser Trick im Augenblick noch immer legal zu sein scheint.
Wenn man im Ausland am Automaten mit der Kreditkarte oder EC-Karte Geld abhebt, kommt es vor, dass der Automat einem einen festen Wechselkurs vorschlägt. Nach dem Motto: Dann kann ja nichts passieren. Erstens handelt es sich immer um einen Kurs zum Nachteil des Kunden. Zweitens wird nicht erwähnt, dass noch Gebühren des Fremdinstituts hinzukommen.
Mein Tipp daher: Immer ablehnen und darauf bestehen, dass das Geld zum Tageskurs vom eigenen Konto abgehoben wird.
Diese Masche gehört verboten. Solange sie aber noch in Gebrauch ist, muss man sich als Reisender hüten. Ist mir auch schon passiert: Ein Geldautomat hat beim Ablehnen schlichtweg behauptet, anders könne man nicht abheben. Ich habe mir einen anderen Automaten gesucht.
Aber, zum Glück: Im Euro-Raum passiert das nicht.
Ein Hoch auf die Währungsunion.

10. Wer fort (Ford) fährt, kommt mit der Bahn zurück

Für Autofahrer: ADAC ist ein Muss.
Auch wenn der ADAC ein wenig verstaubt scheint und sein Ruf als Cheflobbyist nicht gerade der beste ist, würde ich nicht zweimal darüber nachdenken, Mitglied zu werden, wenn ich mit Auto verreisen würde. Und zwar aus einem schlichten Grund: Der ADAC kümmert sich nicht nur darum, dass ein Fahrzeug repariert wird, man für die Zeit der Reparatur im Hotel untergebracht wird oder sogar gratis zurückfliegen kann. Er sorgt ebenfalls dafür, dass das Fahrzeug, sofern es nicht mehr repariert werden kann, nach Deutschland zurückgeschleppt wird. Wo es dann eventuell doch noch etwas wird mit der Reparatur. Ist mir mit meinem Wohnmobil tatsächlich zweimal passiert. Ohne Murren wurde das Gefährt geliefert. Für mich eine ungeheure Erleichterung, wenn man bedenkt, wie viel Zeug in einem solchen Fahrzeug untergebracht ist.
Es war damals übrigens ein Ford Transit.

11. Sicher versichert

Ich habe sie noch nie gebraucht. Und hoffentlich bleibt das auch so.
Abgeschlossen habe ich sie dennoch immer. Vor allem wenn man länger unterwegs ist, ist eine Reiseversicherung kein günstiges Vergnügen. Trotzdem würde ich niemals darauf verzichten. Schon ein Krankenrücktransport kann in die Zehntausende gehen. Dagegen sind die Kosten für eine Versicherung ein Klacks.
Also: lieber safe than sorry.

12. Nicht schimpfen: Impfen

Auch bei der Gesundheit sollte man sich vorbereiten. Je nachdem, wo man hinfährt, sind verschiedene Impfungen angebracht. Hepatitis, Gelbfieber, und andere Impfungen können sinnvoll sein. Am besten lässt man sich von einem Arzt beraten.
Aber auch eine schnöde Tetanus-Impfung kann man im Auge behalten.

13. Reiseschnipsel

An einige Kleinigkeiten sollte man auch denken:
Ganz wichtig: Visa.
Die bekommt man oft eben nicht von heute auf morgen. Einfach rechtzeitig beantragen.
Und einen Blick in den Reisepass könnte man auch manchmal werfen. Die laufen scheinbar schneller ab als gedacht. Zumindest habe ich manchmal das subjektive empfinden. Erschreckend, wie rasch 10 Jahre um sind.
Kreditkarten bekommt man ja meist automatisch zugeschickt. Meine von der Sparkasse hat den Vorteil, dass ich mit ihr gratis Geld abheben kann. Es kann ab und zu vorkommen, dass Fremdinstitute eine kleine Gebühr aufschlagen. Aber wenigstens berechnet die Sparkasse nichts weiter. In vielen Fällen ist auch schon eine Reiseversicherung dabei. Zumindest eine, die für ein paar Wochen gültig ist, was in den meisten Fällen ausreicht.

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