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Ein fast reiner Fahrtag.
Eigentlich handelte es sich nur um 240 Kilometer von Saignon bis Antibes, aber die haben es in dieser Gegend immer in sich. Wir begannen den Tag früh, zumindest für unsere Verhältnisse. Weil eine etwas laute und recht rücksichtslose fränkische Familie uns erheblich störte, flüchteten wir fast von dem Ort, der acht wundervolle Tage unser Zuhause gewesen war. Es ist eines dieser Zeichen. Genug ist genug, wenn die Nachbarn unerträglich werden. Schön, wenn es ohnehin auf den Abfahrtstag fällt.
Wir drehten also die Runde zurück, wieder in Richtung Nizza, von wo aus Nina in zwei Tagen abfliegt. Zumindest ich habe den Eindruck, dass sie ruhig etwas länger hätte bleiben können. So aber ist es nun einmal. Wieder also fuhr ich auf alten Pfaden, die ich bereits vor fast drei Wochen entlanggegondelt bin. Vorbei an Loumarin, an Cadenet und Aix, ohne anzuhalten. Es dauerte eine (sehr) gute Stunde, dann befanden wir uns auf der Straße Aix – Fréjus, auf der wir wirklich schnell vorankamen. Anders als die ewigen Bergtouren, die den Camper und uns ermattet haben. Es ist auch einmal schön, wenn es schneller vorangeht. Bei Fréjus dann änderte sich das wieder, aber darauf war ich vorbereitet. Es ging wieder bergauf, an einer Stelle wollte die Transe fast gar nicht mehr. Im ersten Gang knatterte sie hoch, zum Glück nur an einer Stelle. Ich mache mir Gedanken, ob ich es nicht ein wenig übertrieben habe. Aber am Ende ist es die letzte wirklich große Tour mit ihr, sie muss das einfach schaffen, noch ein paar Tausend Kilometer, dann darf sich ein neuer Besitzer daran erfreuen.
In jeden Fall schafften wir auch dieses Hindernis, nur noch Cannes lag zwischen uns und Antibes. Natürlich ist das wie das Fahren im Berufsverkehr in Berlin. Kaum etwas geht mehr an vielen Stellen. Letztlich also waren die 50 Kilometer am Schluss am anstrengendsten, aber es befand sich alles noch im Rahmen.
Ich muss gestehen, dass ich die Gegend nicht besonders mag. Es ist nicht nur das Fahren, irgendetwas zieht mich immer wieder möglichst schnell von hier weg. Wir sind auf einem Campingplatz, der gelinde gesagt gleichgültig geführt wird. Der Ort, in dem er liegt, ist schlichtweg hässlich. Ich hoffe, dass Antibes uns morgen entschädigt. Wird es schon. Allerdings weiß ich, dass ich nach Ninas Abflug ganz sicher nicht hierbleiben werde.
Diesen Tag beschlossen wir übrigens am Strand. Es ist ganz nett, eine Stunde hier zu verbringen, noch ein wenig Spätnachmittagssonne genießen. Es hatte definitiv etwas nach der Fahrt.
Morgen dann beginnt der letzte gemeinsame Tag mit Nina. Und danach ein anderer Abschnitt der Reise. Ich bin gespannt, was ich letztlich daraus machen werde. Eines weiß ich jedoch: Ich war lange genug in diesem Teil Frankreichs. Jetzt muss ich woanders hin. Eine Gegend, die ich noch nicht kenne. Sonst wird es langweilig.

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