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Reisetag. Aber ein wirklich gemütlicher. Es ist wirklich eigenartig, aber trotz der schönen Tage in St. Léon möchte ich nun weiter. Zu idyllisch, zu abgeschieden. Es reicht. Um einmal einige Klischees zu bedienen: Gestern kamen zwei Briten weit jenseits der 70 an, auf ihren Motorbikes, mit Ultralight-Zelten, einschließlich Tarps, die sie des Nachts mit Lichtketten (blinkend !?!) beleuchteten. Auch schienen sie nicht mehr vollkommene Kontrolle über ihre Enddarme zu genießen, die aufkommenden Flatulenzen waren sicher im ganzen Dorf zu hören. Also war es wirklich Zeit weiterzufahren.

In der Nacht hatte es geregnet, aber ich achte nicht mehr darauf, ob mein Zelt auch wirklich trocken ist, wenn ich es einpacke. Ich baue es sowieso in einigen Stunden wieder auf, so etwas muss es also aushalten. Auch hatte ich dafür gesorgt, weniger Gepäck mit mir herumzuschleppen. Weniger Zucker, weniger Bücher (ich lasse sie einfach irgendwo zurück, sie sind dann recht schnell verschwunden), außerdem packte ich etwas anders, so dass ich den Eindruck hatte, dieses Mal weniger dabei zu haben. Das macht viel aus. Wahrscheinlich bilde ich mir das sowieso nur ein. Auf jeden Fall war ich gegen halb zehn abfahrbereit.

Es sollte eine kurze Tour werden. 15 Km bis Les Eyzies, das ich von vor zwei Jahren noch gut kannte. Eigentlich wollte ich nicht mehr dorthin, aber es schien mir ein guter Zwischenstopp. Die Fahrt ging rasch voran, kurz hinter Tursac begann die Steigung, die sich, zwei Kilometer streckend, für mich nur im schiebenden Zustand erklimmen ließ. Ich mache mir keine Illusionen mehr. Ich schaffe es eben nicht. Schieben wir es auf das billige Fahrrad. Es hat auch nur 6 Gänge, also kann es schon sein, dass es nicht nur an meiner fehlenden Fitness liegt. Es war auch nicht so schlimm, wie ich es in Erinnerung hatte. Vielleicht werde ich auch kräftiger, soll ja schnell gehen. Jedenfalls hatte ich irgendwann den Scheitelpunkt erreicht. Jetzt ging es beinahe nur noch abwärts. Es war mir recht. Im Nu erreichte ich Les Eyzies, nur eine Stunde nach meiner Abfahrt hatte ich die 15 Km bereits geschafft. Es schien sehr früh. War die Etappe zu klein? Vollkommen egal, denn sobald ich auf dem hervorragenden Campingplatz La Rivière eingecheckt hatte, öffnete sich der Himmel. Es war nicht nur ein harmloses Getröpfel, sondern ein echter Wolkenbruch. Eine kurze Pause nutzte ich aus, um mein klammes Zelt aufzubauen, dann ging es wieder los. Etwas fröstelnd saß ich danach zwei Stunden im Zelt, froh, nicht unterwegs sein zu müssen. Denn es geht immer auch schlimmer. Als der Regen nachließ. ging ich nachmittags noch einkaufen, sah mir den Ort an, kaufte ein Buch von Peter Mayle, den inzwischen leider verstorbenen Autoren, der mit seinen Büchern über die Provence den Immobilienboom dort ausgelöst haben soll. Sicher die richtige Urlaubslektüre, nach meiner etwas deprimierenden Mozart-Biografie, die nun auch zum Verschenken ansteht.

Als ich wieder auf dem Campingplatz eintraf, regnete es wieder. Es scheint hier mein Schicksal zu sein. Ich hoffe, dass es in Domme besser wird. Immerhin wurde es gegen Abend besser, so dass ich nicht im Zelt kochen musste.So etwas ist immer unangenehm.. Morgen bleibe ich noch. Ich erwarte nicht zu viel, denn irgendwie scheint mir die Gegend ausgelutscht. Ich habe das gleiche Gefühl, wie in Le Bugue. Es reicht irgendwie.

 

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