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Diese Zeilen schreibe ich nun wirklich ein Jahr später. Keine Ahnung, warum ich das Journal nicht beendet habe, aber die Erinnerung ist noch gut genug, um es zu wagen.
Der 23. war wirklich vom Versuch bestimmt, meine unangenehme Magenkrankheit zu bekämpfen, die sich in der Nacht zuvor mit ziemlicher Durchschlagskraft in Szene gesetzt hatte. Trotzdem fuhr ich nochmals nach Bordeaux, suchte eine Apotheke auf, danach wurde es etwas besser.
Auf einer Terrasse an der Dordogne genoss ich einen letzten Espresso bei Starbucks, ließ mir die Sonne auf das Gesicht scheinen. Letztlich aber war ich kaum noch bei der Reise selbst, sondern mit der Organisation der Abfahrt beschäftigt. Ich überlegte also schon, wie ich am nächsten Morgen zum Flughafen kommen würde.

Der 24. begann dann sehr früh, sicher gegen vier. Ich packte alles zusammen, bereitete eine gewaltige Abfalltüte vor, in der auch das Zelt landete, in das ich am Abend zuvor beim Kochen aus Versehen ein gewaltiges Loch gebrannt hatte. So etwas ist mir noch nie passiert. Jetzt war es also gänzlich Schrott. Mit wackeligen Beinen machte ich mich auf, die Nacht war kurz gewesen. Zum Glück hatte mich die albanische Krankheit, gemeinhin bekannt unter dem Namen Montezumas Rache, nicht mehr so gepiesackt wie in der Nacht zuvor. Die Medikamente halfen, auch wenn mir davon fast die Augen zufielen. Die Rezeption war noch zu, bezahlt hatte ich am Tag zuvor.
Nach einem Kilometer erreichte ich die Metro. Die Erste am Tag brachte mich zum Bahnhof, von dort nahm ich den Bus in Richtung Flughafen. Ich war sicher länger als eine Stunde unterwegs. Aber ich war pünktlich, hatte noch Zeit, eine Coté Paris zu kaufen.

So ging eine spannende Reise zu Ende, die ich in diesen Tagen, in denen ich sie online stelle, nochmals miterlebe. Interessant finde ich, dass ich mich heutzutage viel mehr auf bestimmte Gegenden konzentriere, sie intensiver besuche. Früher hätte ich versucht, in wenigen Wochen ein ganzes Land zu erkunden. So ändert sich also das Reisen für mich persönlich. Dadurch wird auch die Bindung zu diesen Gegenden stärker, weil ich mehr damit beschäftigen kann.
So denke ich also zurück an die tollen Tage. An die Jammereien, die mich beim Redigieren der Texte nervten, erinnere ich mich heute kaum noch. Auch das manchmal herausfordernde Wetter habe ich als nicht so schlecht in Erinnerung. Es hat doch etwas, wenn die Erinnerung Ereignisse etwas rosa färbt.

Ich jedenfalls bin sehr zufrieden, dass ich die Reise so gemacht habe.

 

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