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Darüber mache ich mir natürlich Gedanken.
Denn Reisen und Klimaschutz gehören nun mal nicht ohne Weiteres zusammen. Wer viel unterwegs ist, dessen CO2-Abdruck ist höher als von jemandem, der nur zu Hause sitzt. Vor allem, wenn man sich entschließt, viel zu fliegen oder mit dem Auto zu fahren.
Soll jetzt also jeder daheimbleiben? Urlaub auf Balkonien? Das wäre sicher nicht sehr interessant, wenn auch mal spannend. Vielleicht für ein paar Tage. Trotzdem zieht es die meisten von uns doch in die Ferne, etwas, das uns im Blut liegt. Einmal abgesehen davon, bildet das Reisen und verändert/erweitert unsere Sichtweisen. Kaum vorstellbar, dass jemand, der viel gereist ist, sich der Xenophobie hingibt.
Was also tun im Zeitalter des Klimawandels und der Fridays for Future?
Es ist ein Umdenkungsprozess im Gange, der der Welt nur guttun kann, wenn man ihn weiterlaufen lässt. Heißt aber auch, dass wir alle uns Gedanken machen müssen.

Jeder Tropfen Wasser ist ein Teil des Ozeans.

Will also heißen: Mach etwas, auch wenn es nur wenig scheint. Wenn es Milliarden auch tun, wird sich etwas ändern.
Was also kann man machen? Ich kann nur für mich sprechen.
Ich habe zum Beispiel seit 2013 kein Auto mehr. Und denke auch nicht daran, ein neues anzuschaffen. Kein echtes Opfer, werden viele sagen. Ist es auch nicht, auch wenn mein Wohnmobil, ein echter Dieselstinker, der nicht einmal eine Plakette verdient hatte, für mich damals ein zweites Zuhause war. In der Stadt aber war es kaum notwendig. Und auf Reisen eigentlich auch nicht.
Und ich lebe fast immer vegetarisch. Das ist zumindest ein Anfang.
Aber es ist alles nebensächlich, wenn es um das Reisen geht.
Beim Reisen muss man sich wohl oder übel von einem zum anderen Ort bewegen. Und hier liegt die Krux. Es geht kaum ohne CO2.
Trotzdem mache ich mir Gedanken, wie ich es zumindest besser machen kann.
Ein Beispiel: Ich werde dieses Jahr nach Kreta fliegen. Einmal also dieses Verkehrsmittel benutzen, das den Klimawandel zumindest mitverursacht. Dabei werde ich mein Faltrad mitnehmen.
In den folgenden Wochen und Monaten möchte ich ganz Griechenland erkunden. Natürlich mit Fahrrad, aber auch mit Bussen und einigen (wenigen) Fähren. Ich bewege mich ganz sicher nicht CO2-neutral, aber wenigstens verursache ich weniger, als wenn ich mit Wohnmobil fahren würde.
Die Rückreise dann werde ich ebenso zelebrieren wie die gesamte Reise: Ich werde einzelne Stationen aussuchen und langsam zurückreisen. Immer mit Bus oder Bahn, dabei einen mir unbekannten Teil Europas kennenlernen. Schließlich werde ich mit einem Flixbus von Prag nach Berlin reisen und somit den Kreis schließen.
Es ist das Mindeste, was mein Gewissen zurzeit zulässt.

Ich merke selbst oft, wie sehr ich in gewohnten Bahnen feststecke. Und wie schwierig es ist, diese Bahnen zu verlassen. Aber ist es nicht doch möglich, zumindest in Europa weitestgehend auf Flüge zu verzichten?
Ich jedenfalls habe mir vorgenommen, es wenigstens zu versuchen.
Kann das jeder machen? Sicher nicht, denn es ist summa summarum teurer. Und es kostet noch etwas, das im Grunde fast wertvoller ist als Geld: Zeit. Und Zeit haben in unserer Welt die wenigsten übrig.
Und doch kann sich jeder überlegen, was er beitragen will und kann. Dabei muss es nicht einmal besonders schmerzen.
Ich lebe in diesem Fall nach dem Snooker-Prinzip: easy pots first. Will heißen: Kümmere dich erst einmal um die leichten Aufgaben. Das ist immer einfacher und hat oft bereits große Auswirkungen.
Schon die Entscheidung, weniger Fleisch zu essen, hilft. Oder auf Duschorgien zu verzichten, keine halbe Stunde mehr, vielleicht reichen ein paar Minuten ebenfalls. Oder das Kaufverhalten: Einzelhandel statt Amazon. Oder zumindest ab und zu einmal.
Beim Reisen ist es dann ebenso. Es braucht sicher kein Genie, um sich bewusster und umweltfreundlicher zu verhalten. Dort ist der Einfallsreichtum eines jeden gefragt.

Klar scheint mir, dass jeder von uns seinen Teil, so klein er auch sein möge, zusteuern sollte.
Ich jedenfalls möchte dabei bei mir selbst anfangen.

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