Voll Pizza, voll Neapel

Ehefrau Nina hat sich beschwert.
Der Corona-Blog ist in den letzten Tagen zu ernst.
Mich überrascht dieses konstruktive Feedback nicht, ist es doch beim Schreiben eher meine düstere Seite, die gerne nach vorne prescht.
Trotzdem, mit diesem Wissen kann ich mich jetzt auseinandersetzen und die Angelegenheit hier ein wenig leichtherziger angehen. Wie ich schon vor einigen Tagen schrieb, für die Realität gibt es Zeitungen. Und die machen eben gerne ein Geschäft aus finsteren Zukunftsaussichten. Vieles von dem, was geschrieben wird, halte ich für übertrieben. Aber dazu vielleicht mal später.
Also habe ich mir ein Herz gefasst und mich gestern mal gar nicht mit diesem fiesen Virus beschäftigt. Keine Nachrichten darüber, keine Diskussionen. Und, natürlich, auch keinen Blog-Eintrag. Und ich muss sagen, dass es wirklich angenehm war, sich einfach mit etwas anderem beschäftigen zu können.
Wer möchte, kann sich übrigens gerne an der Abstimmung unter beteiligen. Humorvoll oder nicht?

Heute also mache ich leichtherzig weiter.
Und warum auch nicht?
Ehefrau Nina und ich haben ein Sonntagsritual: Pizza am Abend. Machen wir eigentlich schon eine ganze Weile. Bis jetzt hielt ich mich auch immer für ziemlich gut, gerade beim Teigmachen. Heute aber habe ich beim Stöbern eine Anleitung gefunden, wie man neapolitanischen Pizzateig zubereitet.
Erstaunlich.
Ich habe 30 Jahre lang alles falsch gemacht. Daher setze ich dieses Video einfach mal hier rein.

Der Witz ist, dass ich jetzt auch weiß, warum die italienischen Pizzabäcker den Teig nicht mit einem Nudelholz ausrollen. Dabei gehen nämlich die mühsam von der Hefe in den Teig gegorenen Luftblasen kaputt. Wenn man den Teig hingegen, nach mehr als acht Stunden, dann sorgfältig von Hand in Form bringt, passiert das nicht.
Also, wir werden noch sehen, ob es nicht passiert. Denn dazu gibt es natürlich ebenfalls eine Anleitung. Und ich sehe mich noch nicht, wie ich eine Pizzarolle zustande bringe, ohne dass der Teig auf dem Boden landet. Zur Not jedoch gilt die 3-Sekunden-Regel. Alles, was noch nicht drei Sekunden auf dem Boden liegt, zählt als sauber. Das rettet oft so manche Mahlzeit. Ich übertreibe natürlich, so wie (fast) immer.
Aber schaut euch das Video mal an, es sieht ziemlich verrückt aus.

Das Ergebnis kenne ich jetzt natürlich noch nicht, ich mache die Pizza erst heute Abend. Aber ich werde euch morgen davon berichten. Vielleicht auch mal mit einem Foto davon.
Ich bin jedenfalls gespannt, was daraus wird.
Nur zum Abschluss: Hier ist eine ein minütige Anleitung, wie man die Sauce auf die Pizza bekommt.
Mich fasziniert das gerade ungemein.

Ansonsten erfreuen wir uns an einem herrlichen Ostersonntag. Ich trage wirklich das erste Mal im Jahr kurze Hosen und laufe barfuß durch die Wohnung. Von mir aus kann das gerne so bleiben. Auf dem Balkon sprießen die mediterranen Kräuter, ich habe Ableger für den Garten vorbereitet, der in einem Jahr nur so duften wird. Lavendel, Rosmarin, Thymian, Salbei – und noch einige andere. Ich bin ein großer Fan von Zitronenverbene, die es immer wieder in Sommersalate schafft. Und das auch zurecht. Zusammen mit Melisse ist es wirklich erfrischend. Und auch in einer Tomatensauce gern gesehen. Oder eher geschmeckt.
Auch der Basilikum gedeiht plötzlich. Er liebt die Wärme und vor allem das Licht, das immer intensiver wird. Noch kann er nicht draußen stehen, aber ich ziehe das leckere Kraut ganz gerne auch drinnen vor. In drei Wochen dann wird er wuchern und uns den ganzen Sommer über mit dunkelgrünen aromatischen Blättern verwöhnen.
Jetzt die Frage: War das heute leichtherzig genug?
Ich hoffe. Wir wollen doch schließlich nicht schwermütig werden.
Oder?

Hier ein Link zum Coronavirus-Update mit Prof. Drosten.

Ich bevorzuge den Blog lieber leichtherzig und/oder humorvoll.