Voll lecker

Pizza Neapolitana

Die Pizza gestern war ein ziemlicher Erfolg. Sie hat viel Zeit in Anspruch genommen, aber eigentlich nicht mehr als sonst, weil die einzelnen Arbeitsschritte nur weiter auseinanderliegen. Das muss man im Auge behalten.
Am meisten Schwierigkeiten hatte ich erwartungsgemäß mit dem Formen des Teigs am Schluss. Ich denke, dass es einige Fehlversuche benötigt, bevor ich das meistern werde. Aber das Resultat konnte sich trotzdem sehen lassen. Nur ein Manko hatten die Pizzen: zu viel Käse, dadurch wurde der Boden zu lappig. Nächste Woche wird das ganz sicher besser werden.

Heute aber, nachdem ich vor einigen Tagen den britischen Premier verrissen habe (dem es zum Glück besser geht), möchte ich als Ausgleich von einem weiteren Engländer sprechen, der in seinem Leben viel erreicht, aber noch mehr verändert hat. Eines seiner Rezepte habe ich heute nachgekocht, ein weiteres werde ich heute Abend zubereiten. Bin gespannt.
Ich spreche vom „Naked Chef“, auch bekannt unter seinem Spitznamen Jamie Oliver.
Jamie ist natürlich TV-Koch. Nicht der Erste, etliche vor ihm haben internationale Küche in England bekannt gemacht. Aber er ist einer der zweiten Generation, die noch viel erfolgreicher war und auf dessen Welle die Tim Mälzers dieser Welt irgendwann mitgeschwommen sind.
Warum mag ich Jamie so? Seine Küche ist „einfach“, zumindest ist das der Anschein. Er benutzt Rezepte, die jeder recht leicht nachkochen kann. Mit Zutaten, die es überall gibt und die ein Budget nicht sprengen. Aber das ist bei Weitem nicht alles.
Was ich an ihm schätze, ist seine Authentizität. Er ist einfach ehrlich. Und leidenschaftlich dabei in allem, was er tut.
Wer die britischen Essgewohnheiten kennt, der wundert sich schon über einen solchen Koch. Als ich nach England zog, gab es mittags immer ein schlabbriges Sandwich, ein fizzy drink und eine kleine Tüte Walkers Crisps. Das war im Jahr 2000. Lange her.
Und es liegt an Leuten wie Jamie Oliver, dass es diese Utensilien zwar immer noch gibt, aber immerhin ist jetzt meist ein Stück Obst dabei. Denn er setzt sich seit Jahrzehnten für eine bessere Ernährung seiner Landsleute ein, keine leichte Aufgabe, wenn man den Ruf der britischen Küche zugrunde nimmt (sie ist besser als ihr Ruf, finde ich zumindest).
Früh übt sich, hat er vor einigen Jahren gedacht und es sich zum Ziel gesetzt, das Schulessen zu revolutionieren. Die Widerstände waren groß. Nicht nur politisch, auch die Schulkinder und deren Eltern zettelten damals Revolutionen an. Aber mit Beharrlichkeit und großem Einsatz, auch in pädagogischer Hinsicht, blieb Jamie am Ball und Stück für Stück schaffte er das Ernährungsbewusstsein, das sich auf der Insel mehr und mehr durchsetzt. Zwar gibt es immer noch viel zu viele Fettleibige dort, aber es wird langsam besser.

Auch in den USA hat er das probiert. Dort aber war es irgendwann selbst ihm zu viel.
Man kann im Leben nicht jeden erreichen, so viel steht fest.
In der Corona-Krise aber ist er sofort umgeschwenkt (#stayhome), so dass sein Vlog zu einem großen Unterstützer auch für mich geworden ist.
Heute Nachmittag also habe ich eine Art englischen „Pudding“ nachgekocht/gebacken. Könnte auch ein Kuchen gewesen sein. Sicher bin ich nicht.
Jedenfalls ein sündiges Stück Schokoladentod, das nichts für schwache Nerven ist. Da es zurzeit in England anscheinend wenig Eier zu kaufen gibt, sind in diesem Rezept auch keine dabei. Es ist ganz leicht: jeweils 200 Gr Schokolade, Mehl, Butter, Nüsse, Zucker, 200 ml Milch, einen TL Backpulver, eine Prise Salz (wichtig!). Alles in einen Mixer und ordentlich verrühren, dann in ein Gefäß ausgelegt mit Backpapier, für 18 Minuten bei 180 Grad Umluft in den Ofen. Am Ende noch mit Schokokrümel bestreuen.
Fertig.
Sofort essen. Wer will mit ein bisschen Joghurt.
Um ehrlich zu sein, mir ist jetzt noch schlecht. Mir war das alles zu süß (und die Butter habe ich auch noch vergessen :-)). Aber, ich denke, viele andere wird es erfreuen.

Heute abend gibt es dann Quesadillas, auch aus Jamies Vlog.
Mal sehen, wie es wird.

Hier ein Link zum Coronavirus-Update mit Prof. Drosten.

Ich bevorzuge den Blog lieber leichtherzig und/oder humorvoll.